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Vernichtungskrieg

 

Stichwort: Paulskirche

In der Frankfurter Paulskirche tagten in den Jahren 1848 und 1849 die Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung. Sie waren Ende April/Anfang Mai 1848 in der ersten und bis heute einzigen freien gesamtdeutschen Wahl bestimmt worden. Am 18. Mai 1848 trat die Nationalversammlung zusammen.

Es gelang dem Parlament trotz seiner Legitimation durch die Wahl nicht, sich gegen die Ansprüche der Bundesstaaten und die Rechtsordnung des Deutschen Bundes durchzusetzen. Ausländische Mächte wie Russland oder Frankreich erkannten das Parlament nicht an. Der Versuch, diesen Zustand durch die Ausarbeitung einer Verfassung zu überwinden, scheiterte nach langen parlamentsinternen Debatten letztlich am Sieg der monarchischen Reaktion in Österreich und Preußen, sowie an der Weigerung des preußischen Königs, die ihm schließlich im März 1849 vom Parlament angebotene Kaiserkrone anzunehmen. Danach begannen die Teilstaaten, ihre Abgeordneten aus Frankfurt zurückzurufen. Das Parlament zog sich nach Stuttgart zurück, wo es am 18. Juni von Militär auseinandergetrieben wurde. Gegen die revolutionäre Pfalz und Baden wurden preußische und österreichische Truppen eingesetzt.

Das Parlament bestand überwiegend aus bürgerlichen Abgeordneten, die den Schritt zu einer deutschlandweiten Revolution nicht gehen wollten. Daran und an den sowohl innen- wie außenpolitischen Verwicklungen scheiterte die Versammlung. Die Revolution in Österreich wurde mit Hilfe von russischen Truppen niedergeschlagen. Der preußische König wies die Kaiserkrone unter anderem wegen eines für diesen Fall drohenden russisch-österreichisch-ungarischen Angriffs auf Preußen zurück.

Literatur:

Wilhelm Ribhegge: Das Parlament als Nation, die Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1998

Veit Valentin: Geschichte der deutschen Revolution 1848-1849, Weinheim-Berlin 1998