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Stichwort: Monarchie

Der Begriff Monarchie stammt aus der griechischen Antike. Er bedeutet wörtlich "Alleinherrschaft" eines einzelnen. Anders als im Fall der Tyrannei gilt dabei die Herrschaft des Monarchen als legitim, eigentlich als die Urform legitimer Herrschaft. Sehr häufig und ebenfalls bereits in der Antike wurde die Herrschaft des Monarchen sogar als Ausdruck göttlichen Willens gesehen. Ähnlich wie die Volksherrschaft der Demokratie kann die Alleinherrschaft des Monarchen sowohl direkte wie indirekte Ausdrucksformen annehmen. Die absolute Monarchie der europäischen Neuzeit beanspruchte totale Macht des Monarchen, faktisch ohne Kontrolle durch Parlament, Stände oder Rechtssprechung. Heutige Monarchien beschränken sich in der Regel auf eine vorwiegend oder ganz symbolische Herrschaft im Rahmen demokratischer Verfassungen, so daß zwei Herrschaftsprinzipien miteinander koexistieren.

Monarchien sind meistens, aber nicht immer, Erbmonarchien. Das Erste deutsche Reich existierte bis ins 19. Jahrhundert als Wahlmonarchie. Sein aus germanischen Rechtsprinizpien hervorgegangenes Wahlrecht fiel dabei ursprünglich allen Freien zu, wobei die Wahlentscheidung "per Akklamation" fiel und ebenfalls als Ausdruck göttlichen Willens verstanden wurde. Später bürgerte sich die Praxis ein, den Kreis der Wahlberechtigten auf die Fürsten, schließlich die sieben Kurfüsten zu beschränken.

Das zweite Deutsche Reich wurde 1871 als Erbmonarchie begründet, wobei die Krone des deutschen Kaisers am Beginn per Akklamation durch die deutschen Fürsten dauerhaft dem preußischen König zugestanden wurde. Auch dies wurde als Ausdruck göttlichen Willens gedeutet, aber zugleich durch die Zustimmung einer Delegation demokratischer Repräsentanten abgesichert, die von Eduard von Simson angeführt wurde. Simson übermittelte die "Bitte" des Norddeutschen Reichstags an den kommenden Kaiser, die Krone anzunehmen. Er hatte dem preußischen König bereits 1849 als Repräsentant des Paulskirchenparlaments die Kaiserkrone angeboten. Das neue Deutsche Reich stellte sich also bewußt auch in die demokratische Tradition von 1848/49.