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Stichwort: Mitteleuropa

Der Begriff Mitteleuropa ist in seiner politischen Bedeutung eng mit dem Versuch verbunden, den Deutschen Bund in eine modernere Staatsform zu überführen und dabei den wirtschaftlichen Verflechtungen Gesamtdeutschlands mit den östlich und südöstlich gelegenen Regionen politisch und militärisch Rechnung zu tragen. Er kam dementsprechend Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Umstritten war zunächst die Führung des angedachten politischen Blocks, der vor allem in Österreich als Mittel gedacht war, Wien als Zentrum und Deutschland einschließlich Preußens als Erweiterung des Habsburgerreichs zu betrachten. Nach 1866 verlagerte sich der Führungsanspruch in Richtung Preußen und die politische Zielsetzung wich vorwiegend wirtschaftlichen Motiven.

Friedrich Naumann veröffentlichte 1915 sein Buch ‚Mitteleuropa’, in dem er einen Staatenbund unter deutscher Führung forderte und machte den Mitteleuropagedanken damit populär. Englische Politiker wie Leopold Amery stellten zeitgleich Überlegungen über die Unvermeidlichkeit der wirtschaftlichen und politischen Vorherrschaft Deutschlands in dieser Region auch nach einem Sieg im Ersten Weltkrieg Krieg an, ohne damit den Gang der Entscheidungen in Versailles wesentlich beeinflussen zu können. Die Verhinderung eines ‚Mitteleuropa’ im Sinn von Naumann gehörte nach 1918 zu den zentralen Gedanken der Politik in London wie in Paris. Dazu dienten die in Versailles erzwungene Abspaltung Österreichs von Deutschland und die Gründung der Tschechoslowakei.

Literatur:

Friedrich Naumanns Mitteleuropa, in:

http://akademische-blaetter.de/2006/heft-1/friedrich-naumanns-mitteleuropa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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