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Vernichtungskrieg

 

Stichwort: Hitler, Adolf

Adolf Hitler (1889-1945) Deutscher Politiker, seit 1921 Parteichef der NsDAP, 1933 Reichskanzler, seit 1934 auch Staatsoberhaupt. Über die Kompetenzen aus den Partei- und Regierungsämtern hinaus beanspruchte H. die Anerkennung als "Führer" und damit auch die unwiderrufliche Entscheidungsbefugnis in juristischen, kulturellen und militärischen Fragen. Der Begriff des "Führers" stellte ein Novum der deutschen Geschichte dar und findet eine gewisse historische Parallele in dem aus Ämterhäufung entstandenen Begriff des "Augustus" in der römischen Geschichte, dem offiziellen römischen Kaisertitel. Auch der Titel "Voshd", den zeitgleich mit H. der sowjetische Revolutionär Josef Stalin für sich in Anspruch nahm, hatte eine ähnliche Bedeutung.

Als deutsches Staatsoberhaupt strebte H. den Zusammenschluß aller Deutschen in einem Staat an, notfalls auch unter Einsatz von Waffengewalt, wie aus dem 1937 formulierten Hossbach-Protokoll als seinem "Testament" hervorgeht. Dieser Anschluß Österreichs sowie der "Tschechei" sollte den Lebensraum der Deutschen nach H.s Ansicht für "Generationen" abrunden.

H.s Politik war stark von nationalistischen, sozialistischen und antisemitischen Ansichten geprägt. So befürwortete er die Verstaatlichung sämtlichen Grundbesitzes und sprach bei der Einweihung der neuen Reichskanzlei 1939 von einem Symbol für die neue "deutsche Volksrepublik". Sein Antisemitismus zielte seit 1933 auf die Entrechtung und Vertreibung aller Juden aus Deutschland. 1939 drohte er den Juden Europas für den Kriegsfall öffentlich mit ihrer "Ausrottung", was während des Krieges zu den unter dem Stichwort "Holocaust" bekannten Massentötungen führte.

Literatur:

Zitelmann, Rainer: Hitler - Selbstverständnis eines Revolutionärs, München 1998