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Besprechungen:

Lars Lüdicke: Griff nach der Weltherrschaft - Die Außenpolitik des Dritten Reiches, Berlin 2009

Die Autoren des Skandalgutachtens über "Das Amt", also das Auswärtige Amt im Dritten Reich und der Bundesrepublik, bedanken sich im Nachspann bei Lars Lüdicke für seinen Autorenbeitrag zu den ersten 120 Seiten. Die Basis für diesen Beitrag hat Lüdicke mit dem hier zu besprechenden Band über die Außenpolitik des Dritten Reichs gelegt. So ist denn auch dieses Buch genau so schlecht, wie es schon der Titel anzeigt und wie es der Beitrag im "Amt" vermuten ließ. Es muß schon alle Ahnungslosigkeit zusammenkommen, um die deutsche Außenpolitik dieser Zeit als "Griff nach der Weltherrschaft" zu summieren. Das funktioniert nur, indem konsequent inhaltlich falsch zitiert, verschwiegen und fehlinformiert wird.

Wieder einmal muß bei Lüdicke Hitlers Denkschrift zum Vierjahresplan als angeblicher Masterplan zur Eroberung herhalten, obwohl dort konsequent von Selbstverteidigung gegen die sowjetische Bedrohung die Rede ist. Wieder einmal wird verschwiegen, daß den britischen und polnischen Diplomaten in Berlin die deutschen Verhandlungsvorschläge Ende August 1939 tortz gegenteiliger Behauptungen bekannt waren. Wieder einmal gibt es keine Informationen über die polnische Zuversicht für den Marsch auf Berlin. Wieder einmal ist ausgeblendet, was damals allgemein bekannt war: Daß es für Deutschland kaum eine Chance gab, auch nur einen großen europäischen Krieg zu überstehen. Also wieder einmal ein überflüssiges Buch.