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Ausgabe März 2017 – Vor 100 Jahren: Februarrevolution in Rußland - ein Fenster der Gelegenheiten für Deutschland

Vor recht genau einhundert Jahren passierte das, was alle für unmöglich gehalten hatten: Unter dem Druck des Ersten Weltkriegs brach in Rußland das politische System zusammen. Wie so oft im Krieg war damit genau das geschehen, was die Planungen vor dem Krieg ausgeschlossen hatten. Der deutsche Generalstab hatte Rußland für unbesiegbar gehalten und deshalb 1914 ausschließlich auf einen Großangriff auf Frankreich gesetzt, um einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden. Drei Jahre später stand Frankreich weiterhin unbesiegt dar und der Zweifrontenkrieg ging trotzdem zu Ende, da nun mit Rußland der östliche Gegner ausfiel.

Aus deutscher Sicht öffnete sich dadurch ein ‚Fenster der Gelegenheiten‘, vielleicht die einzige Chance, aus der Ära der Weltkriege nicht als Verlierer hervorzugehen. Das Nachdenken darüber ist heute aktuell unzeitgemäß. Ein immer noch lesenswerter Beitrag darüber, daß diese Chance bestand und warum sie nicht genutzt wurde, ist von Sebastian Haffner in „Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg“ geliefert worden. Leider sitzt dieses Buch allerhand Fehleinschätzungen über Ursachen und Verantwortungen für den Beginn des Kriegs auf, ist aber unter diesem Aspekt immer noch lesbar.

Anbei die Presseschau, wobei die Presse sich zeitgemäß stark den innerrussischen und internationalen Aspekten der Februarrevolution widmet.

Presseschau:

Im Interview beim Deutschlandradio, Professor Manfred Hildermeier sieht den Februar 1917 als verpaßte Chance für ein liberales Rußland

In Rußland selbst sind „Hundert Jahre Revolution“ kein Ereignis, weiß der Deutschlandfunk zu berichten. Die Putinsche Geschichtspflege kann mit ihm nichts anfangen.

Eine interessante Bildstrecke zur Februarrevolution bietet sputniknews

Vor zehn Jahren: Zum 90ten Jahrestag weist die FAZ auf die Freimaurerloge ‚Grand Orient‘ und deren Einfluß auf die Feburarrevolution hin.

Ein extrem schlichtes Dokument bringt die FAZ neu – Die Abdankungsurkunde des russischen Zaren – das Ende einer Ära ist oft banal.

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